Auf dieser Seite findet ihr die Themen Demokratie, Klima & Verantwortung, Wirtschaft, Bildung, Finanzen und Gesundheit.

1.1     Demokratie bewahren – Bildung, Europa, Haltung

Demokratie ist nichts, was einfach da ist – sie muss gelebt und geschützt werden. Der Blick in die Welt zeigt unser Wertesystem steht unter Druck. Auch unsere Stadt Warstein darf nicht still bleiben, wenn demokratiezersetzende Tendenzen lauter werden. Demokratie beginnt vor Ort – in unseren Schulen, Vereinen und im täglichen Miteinander. Dafür braucht es klare Haltung und konkrete Schritte.


Politische und historische Bildung darf nicht abstrakt bleiben. Seit 2018 organisiere ich das gemeinsame Putzen der Stolpersteine am 9. November – inzwischen gemeinsam mit dem Projektkurs des Europa-Gymnasiums. Diese Verbindung von lokaler Geschichte und demokratischer Verantwortung möchte ich weiter ausbauen: durch die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen unseren Schulen und dem Stadtarchiv, durch Gedenkaktionen und eine lebendige Erinnerungskultur. Wer weiß, was war, versteht besser, was auf dem Spiel steht.


Ich bin überzeugter Europäer. Trotz aller Fehler ist Europa das größte Friedensprojekt unserer Zeit. Es braucht unsere Unterstützung – und es muss erlebbar sein. Deshalb will ich unsere Städtepartnerschaften vertiefen, europäische Austauschformate fördern und Schulen gezielt einbinden. Warstein soll eine europaaktive Kommune bleiben – offen, engagiert und international verbunden. Die Warsteiner Europafreunde (WEF) verdienen für ihre Arbeit daher nicht nur Dank, sondern auch starke kommunale Rückendeckung.

Demokratie braucht Menschen, die sich einmischen – auch wenn es unbequem ist. Wir müssen populistischen Parolen früh widersprechen, Integration vor Ort aktiv mitgestalten und jungen Menschen Mut machen, Verantwortung zu übernehmen. Eine lebendige Willkommenskultur, gute Sprachförderung und gezielte Unterstützung für Fachkräfte sind dabei ebenso wichtig wie ein weltoffenes Heimatverständnis.

Nicht zuletzt braucht Demokratie funktionierende politische Strukturen: Einen Rat, der konstruktiv zusammenarbeitet, wo es um Inhalte und nicht um Parteizugehörigkeit geht. Eine Verwaltung, die transparent kommuniziert. Und Bürgerinnen und Bürger, die ermutigt werden, mitzureden, mitzudiskutieren – und mitzuentscheiden.

Unsere Heimatstadt soll ein Ort sein, an dem Demokratie nicht nur gelehrt, sondern gelebt wird. Mit Offenheit. Mit Respekt. Und mit Haltung.

1.2     Klima & Verantwortung – lokal handeln, realistisch gestalten

Der Klimawandel ist längst keine abstrakte Bedrohung mehr, sondern Realität – auch bei uns in Warstein. Hitze, Starkregen, Dürre und Schädlingsbefall stellen unsere Stadt vor Herausforderungen, auf die wir Antworten finden müssen. Mit Augenmaß, aber konsequent. Klimaschutz beginnt nicht irgendwo – sondern hier vor Ort.

Hierzu müssen wir eine klimaresiliente Wiederaufforstung unseres Arnsberger Waldes sowie die Renaturierung unserer Moore fokussieren. Intakte Wälder und Moore speichern CO2, regulieren den Wasserhaushalt, dienen dem Klimaschutz und bieten einen Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten.

Ein Thema, das uns in Warstein seit Jahren intensiv begleitet, ist der Ausbau der Windenergie. Die sich ständig ändernde Rechtslage hat in der Vergangenheit für viel Unsicherheit und Unmut gesorgt. Gleichzeitig ist der Handlungsspielraum der Stadt gering – viele Projekte entstehen auf privaten Flächen, außerhalb kommunaler Einflussbereiche, wie z.B. am Rennweg. Umso wichtiger ist: Wenn solche Vorhaben kommen, dann sollen die betroffenen Menschen hier vor Ort auch am meisten hiervon profitieren. 

Die Stadt selbst sollte ebenfalls mit Augenmaß (!) auf eigenen Flächen den Ausbau fokussieren, damit die Wertschöpfung in unserer Stadt bleibt. Das kann durch Bürgerbeteiligung, Beiträge für die Bürgerstiftung oder günstigere Stromtarife geschehen. Erste Schritte hierzu hat die Stadt bereits eingeleitet. Doch das Thema ist zu komplex und der Abwägungsprozess zu umfangreich, um es in wenigen Zeilen zu erklären – das mache ich lieber im persönlichen Gespräch, sprechen Sie mich einfach an!

Der Ausbau der Photovoltaik gehört ebenso zu meinen Zielen. Dazu gehören alle städtischen Gebäude mit Blick auf die Errichtung einer PV-Anlage auf den Prüfstand. Private Haushalte sollen schnell Unterstützung finden, wenn sie sich für die Errichtung einer PV-Anlage interessieren.

Ebenso wichtig ist der Schutz unserer wichtigsten Lebensgrundlage: unseres Trinkwassers. „Trinkwasser vor Steinabbau“ ist für mich keine Floskel, sondern eine unumstößliche Maxime. Mit dem 2022 vom Rat beschlossenen Folgenutzungskonzept ist uns gemeinsam mit Steinbruchunternehmen, Naturschutzverbänden und Bürgerinitiativen ein Meilenstein gelungen. Das Aufbringen qualifizierter Deckschichten zum Schutz des Grundwassers und zugleich eine vielfältige, zukunftsgerichtete Nachnutzung der Abbauflächen zeigen, wie viel möglich ist, wenn man sich trotz unterschiedlicher Interessen lösungsorientiert begegnet. Diesen Weg möchte ich konsequent weitergehen.

Auch die Klimafolgenanpassung muss mit Nachdruck vorangetrieben werden. Das Konzept der „Schwammstadt“ – also das intelligente Speichern, Nutzen und Ableiten von Wasser – wird eine zentrale Rolle spielen, um unsere Infrastruktur auf extreme Wetterlagen vorzubereiten. Weitere Ideen liefert bereits das kürzlich veröffentlichte Klimafolgenanpassungskonzept der Stadt. 

Und auch im Kleinen können wir viel bewegen: Blühstreifen statt Mähflächen, Patenschaften für Grünflächen, Umweltbildung in Kooperation mit Schulen, heimischen Landwirten oder der städtischen Forstabteilung. Denn Klimaschutz funktioniert nicht nur durch große Worte – sondern durch viele kleine, durchdachte Schritte. Und durch eine Stadt, die bereit ist, ihren Teil im Einklang mit der Natur zu leisten.

1.3     Wirtschaft stärken – Standort sichern, Innovation ermöglichen

Warstein ist ein starker Wirtschaftsstandort – und das soll auch so bleiben! Ob ehrbares Handwerk, mittelständischer Betrieb oder internationale Marke wie Infineon oder Warsteiner Brauerei: Gute Arbeitsplätze vor Ort sind die Grundlage für ein starkes Gemeinwesen.

Als Kommune müssen wir die richtigen Rahmenbedingungen schaffen: Ich setze mich für die nachhaltige Entwicklung neuer Gewerbegebiete ein, wie zuletzt im Belecker Norden, welches perspektivisch mit dem Gewerbegebiet Wiebusch verbunden werden soll. Die Unterstützung bestehender Unternehmen bei Erweiterungsvorhaben, als auch die Ansiedlung neuer Betriebe ist eine zentrale Aufgabe der kommenden Jahre.  Dabei ist mir wichtig, dass wir vorausschauend planen und klug mit unseren Flächen umgehen.

Die Gewerbesteuer darf kein Spielball werden. Gemeinsam mit anderen im Rat habe ich mich gegen die von der SPD geforderte überzogene Anhebung gewehrt – im Sinne unserer Unternehmen und zur Förderung der kommunalen Wettbewerbsfähigkeit. Das verstehe ich unter einer verlässlichen Wirtschaftspolitik.

Wir wollen ein wirtschaftsfreundliches Klima sowie eine Start-Up-Mentalität fördern. Ein Stammtisch für Jungunternehmer kann das bestehende Unternehmertreffen „UnternehmerFrühstück90“ wirkungsvoll ergänzen. Ebenso möchte ich die weiterführenden Schulen besser mit unseren heimischen Unternehmen vernetzen. Denn gute Fachkräfte von morgen finden wir schon heute auf unseren Schulhöfen. 

Künftige Standortvorteile wie günstige Energie und der weitere Breitbandausbau sind zentrale Aufgaben – denn Unternehmen brauchen Sicherheit und Perspektive. Für die Visibilität unserer Betriebe soll in einem regelmäßigen Turnus die Gewerbeschau stattfinden.

Für mich ist klar: eine gesunde Wirtschaft und gute Arbeit sind das Fundament für eine gute Zukunft hier in unserer Heimatstadt.

1.4     Bildung – Warsteins Zukunft beginnt im Klassenzimmer

In keinen Bereich lässt sich nachhaltiger investieren als in Bildung. Denn hier entsteht, was unsere Stadt morgen trägt. Deshalb ist es mein Ziel, den Bildungsstandort Warstein gezielt zu stärken – mit einer modernen Infrastruktur, mit einem breiten Schulangebot und mit einer Bildungskultur, die junge Menschen bestärkt und befähigt.

Alle unsere Schulformen – von den Grundschulen über die Sekundarschule und das Gymnasium bis hin zur Grimmeschule – verdienen beste Bedingungen. Sanierungen müssen konsequent weitergeführt werden, auch an den Stellen, die nicht auf den ersten Blick sichtbar sind. Kinder sollen sich nicht wegen maroder Toiletten fürchten, sondern sich auf ihre Schule freuen. Dazu gehört auch ein Augenmerk auf sichere Schulwege – damit der erste Schritt in den Tag kein Risiko ist.

Als Historiker ist mir zudem wichtig, dass Bildung nicht an der Klassenzimmertür endet. 2018 habe ich mit dem Putzen der Stolpersteine begonnen, ein Jahr später zusammen mit Geschichtsklassen meiner alten Schule. Es geht darum, Geschichte erfahrbar zu machen – gerade in Zeiten, in denen Demokratie keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Mit dem hervorragend aufgestellten Stadtarchiv unter der Leitung von Dr. Lukas Grawe gibt es hier eine große Chance, historische und politische Bildungsarbeit lokal zu verankern – in enger Verbindung mit Schulen und Vereinen.

Und nicht zuletzt: Bildung muss Brücken bauen in die Lebenswirklichkeit. Wir brauchen bessere Übergänge in Ausbildung und Beruf. Als jemand, der in der Wirtschaftsförderung arbeitet, weiß ich: Viele suchen händeringend nach Fachkräften – auch hier in unserer Heimatstadt. Ich will dafür sorgen, dass Schulen und Wirtschaft enger zusammenarbeiten, um Perspektiven vor Ort zu schaffen. Damit junge Menschen wissen: „Meine Zukunft beginnt hier!“

1.5     Finanzen sichern – Prioritäten setzen, Zukunft ermöglichen

Die finanzielle Lage vieler Kommunen in Deutschland ist angespannt – und Warstein bildet da leider keine Ausnahme. Wir stehen vor der Aufgabe, unsere Haushaltslage zu stabilisieren, ohne dabei die dringend notwendigen Investitionen in unsere Zukunft zu vernachlässigen. Das erfordert kluge Prioritäten, realistische Lösungen und eine vorausschauende Finanzpolitik.

Ein zentrales Problem ist die strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen und ihre starke Abhängigkeit von Schlüsselsteuern wie der volatilen Gewerbesteuer oder der Grundsteuer B. Zur Einordnung: Warstein erzielt rund 6 Mio. Euro jährlich über die Grundsteuer B – demgegenüber stehen allein 17,1 Mio. Euro für die Kreisumlage im Jahr 2025, mit einer erwarteten Steigerung auf 19,3 Mio. Euro bis 2028. Das schränkt unseren finanziellen Handlungsspielraum erheblich ein.

Hinzu kommt: Förderprogramme geben zunehmend die Reihenfolge unserer Investitionen vor. Dank EFRE-Förderung konnten wir die Sanierung unserer Turnhallen vorziehen – Projekte wie der Neubau von Feuerwehrhäusern mussten dafür zunächst zurückgestellt werden, können nun jedoch voraussichtlich doch parallel realisiert werden. In den vergangenen Jahren lief es in Sachen Förderprogramme sehr gut für Warstein, doch untergräbt diese Abhängigkeit von externen Mitteln den Verfassungsgrundsatz der kommunalen Selbstverwaltung gemäß Art. 28 Abs. 2 GG.

Umso wichtiger ist es, dass kommunale Interessen künftig wieder wirksam an die richtigen Stellen adressiert werden. Dafür braucht es nicht nur klare Worte – sondern auch gute Netzwerke. Durch meine frühere Tätigkeit im Düsseldorfer Landtag habe ich wichtige politische Kontakte aufgebaut, die bis nach Berlin und Brüssel reichen – und auch im gesamten Kreis Soest bestehen. Dieses Netzwerk will ich als Bürgermeister nutzen, um die Herausforderungen unserer Heimatstadt mit Nachdruck dort zu platzieren, wo über unsere Zukunft mitentschieden wird.

Trotz aller Einschränkungen bleibt unser Ziel klar: Wir wollen weiter mutig und verantwortungsbewusst investieren. Mit einer transparenten Haushaltsführung, ehrlicher Bürgerbeteiligung und einer nachhaltigen Finanzpolitik – für eine Stadt, die handlungsfähig bleibt und auch morgen noch lebenswert ist.

1.6     Gesund bleiben – den Gesundheitsstandort stärken

Gesundheit ist nicht alles – aber ohne Gesundheit ist alles nichts.“ Deshalb ist es für mich eine zentrale Aufgabe, den Gesundheitsstandort Warstein langfristig zu stärken. Gerade in einer ländlichen Region wie unserer kommt es darauf an, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Ein besonderes Augenmerk gilt dem Erhalt der Notfallversorgung und unseres Krankenhauses. Hier braucht es eine klare Haltung, ein starkes Netzwerk vor Ort – und eine aktive Begleitung der politischen und strukturellen Entwicklungen. Die Stadt kann dabei keine Trägerfunktion übernehmen, aber sehr wohl als verlässlicher Gesprächspartner auftreten und im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen.

Darüber hinaus müssen wir aktiv daran mitwirken, dass Hausärztinnen und Hausärzte sich in Warstein niederlassen – und hierbleiben. Durch gezielte Werbung, gute Willkommensstrukturen und eine stärkere Vernetzung untereinander können wir die Attraktivität des Standorts erhöhen. Hierbei bildet die Intensivierung der Zusammenarbeit mit der Arztlotsin der wfg Wirtschaftsförderung Kreis Soest einen weiteren Baustein. Die AG Gesundheit soll weiter bestehen, ebenso möchte ich die Gesundheitsmesse im regelmäßigen Abstand stattfinden lassen. Ich möchte zudem dezentrale Versorgungskonzepte wie das Core-Helper-System gezielt unterstützen – denn sie zeigen, wie moderne Technik und bürgerschaftliches Engagement im Ernstfall Leben retten können. Um neue Entwicklungen, wie z.B. der Tele-Medizin gerecht zu werden, ist auch für unsere Ärztinnen und Ärzte die Glasfaseranbindung essenziell.

In unserer Stadt soll man auch in Zukunft gesund alt werden können und im Alter die nötige (Pflege-)Infrastruktur hierfür finden können. Dafür müssen wir uns schon heute bestmöglich aufstellen, um bei uns im ländlichen Raum für den demographischen Wandel gerüstet zu sein. 

Die Sicherung der Gesundheitsversorgung ist kein Automatismus – sie ist eine Gemeinschaftsaufgabe, bei der Politik, Verwaltung und Gesellschaft Hand in Hand arbeiten müssen.